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Vergrößerung
Vergrößerung Max Pechstein, Das Vater Unser, 1921, kolorierte Holzschnittfolge, Privatbesitz, © Pechstein – Hamburg / Tökendorf
 
29.12.2011 - 26.02.2012 | Max Pechstein. Das Vater Unser. Eine Holzschnittfolge
Im Kabinett
Am 29.12.2011, um 16.00 Uhr, am Vorabend von Pechsteins 130. Geburtstag wird im Wechselausstellungssaal der Kunstsammlungen eine Ausstellung mit neuen Dauerleihgaben Pechsteins eröffnet. Außerdem wird der wichtige Holzschnitt-Zyklus "Das Vater Unser" von 1921 in der sehr seltenen kolorierten Fassung gezeigt. Die Ausstellung ist bis 26.2.2012 zu sehen.  
 
Die Druckgraphik, insbesondere der Holzschnitt wurde von den Künstlern der „Brücke“ von Anfang an gepflegt und zu einem ihrer wichtigsten Ausdrucksmittel. Sie entdeckten diese Technik als künstlerisches Medium für das 20. Jahrhundert neu und entwickelten sie gerade durch die Beschäftigung mit der außereuropäischen Kunst nach dem Ersten Weltkrieg weiter. So avancierte der Holzschnitt zur wichtigsten graphischen Technik der Expressionisten.  
Max Pechstein (1881-1955) greift 1921 in der 12-teiligen kolorierten Holzschnittfolge "Das Vater Unser" ein Thema auf, das viele Künstler nach dem Zusammenbruch des deutschen Kaiserreiches und in den nachfolgenden Notzeiten beschäftigte. So zeigen diese expressiven Graphiken die Hinwendung zum Religiösen, verbunden mit der Sehnsucht nach Erneuerung der Gesellschaft besonders nach der Novemberrevolution.  
 
Die Kunstsammlungen feiern mit einem "Dinner for Max" am 30.12.2011 den 130. Geburtstag Max Pechsteins mit einer Lesung und Musik.  
Leider ist diese Veranstaltung bereits ausverkauft.  
 
Ansprechpartner:
Tel. Museumskasse 03 75 / 83 45 10
E-Mail: kunstsammlungen@zwickau.de (*)
Weitere Informationen:
http://www.pechstein.de
* Weitere Informationen zur eSignatur finden Sie in unserem Impressum.
 
Vergrößerung
Vergrößerung Drei Akte beim Baden, 1910/12, Aquarell über Lithographie, The George Economou Collection
 
Vergrößerung
Vergrößerung Zigeunerin mit Kind, 1925, Gouache und Tusche, Sammlung Karsch/Nierendorf
05.02.2012 - 06.05.2012 | Einfach.Eigen.Einzig. OTTO MUELLER (1874-1930)
Wegbereiter der "Künstlergruppe Brücke" und deren "selbstverständliches Mitglied": Gemälde, Gouachen, Aquarelle, Farbkreide-Zeichnungen, Malbriefe, Lithographien, Holzschnitte (1902-1929) aus öffentlichem und privatem Besitz
127 Werke aus öffentlichem und privatem Besitz  
Eine Ausstellung der Otto Mueller-Gesellschaft e.V., Weimar  
Konzeption und Realisierung: ArtusGmbH Dr. Mück, Utenbach/AP  
 
Otto Mueller (1874- 1930) war wesentlich älter als die Gründer der Künstlergruppe „Brücke“, zu deren „selbstverständlichen“ Mitgliedschaft er 1910 in Berlin aufgefordert wurde. Er hatte eine reguläre Ausbildung als Lithograph hinter sich und ein dreijähriges Akademiestudium absolviert, das er 1896 abbrach, gleichsam als Rebellion gegen die „wohlangesessenen älteren Kräfte“ (Programm der „Brücke, 1906). Die einmal gefundene Souveränität in Technik und Stil sicherte die höchsten Ansprüche seiner Landschaften und Figurenbilder, die gerade in dieser Retrospektive im Verzicht auf Zigeuner-Romantik und Weltfremdheit neue Akzente setzt.  
 
Die Aufnahme in den Kreis der „Brücke“ erzwang gleichsam die bereits um 1903 gemalte lebensgroße Darstellung der mordenden „Maschka als Lucretia“, die Kirchner in der Brücke-Chronik sogleich als „Cranachsche Venus“ in Erinnerung brachte. Gemeinsam mit Pechsteins kniender Amazone – dem Signet der „Neuen Sezession“ in Berlin – konnte sie sich damals offensiv den etablierten und konservativen Kräften entgegen stellen, um – wie es Kirchner ausdrückt – als „Kampfbild“ die neue Kunst durchzusetzen.  
Die Zwickauer Kunstsammlungen gelten mittlerweile als ein wichtiger Ort für den deutschen Expressionismus. Gleich zwei Mitglieder der in Dresden 1905 gegründeten Künstlergruppe „Brücke“ wurden in Zwickau geboren. Fritz Bleyl (1880-1966) und Max Pechstein (1881-1955) verbrachten hier ihre Kinder- und Jugendjahre, bevor sie in Dresden ein Architektur- bzw. Kunststudium aufnahmen. Beide Künstler sind mit größeren Konvoluten in der Sammlung vertreten. Nun kann mit dieser 127 Werke umfassenden Schau ein weiteres Mitglied der „Brücke“ vorgestellt werden und mit ihr auch neueste Forschungsergebnisse.  
 
Kunst und Leben miteinander in Einklang zu bringen war erklärtes Ziel der Freunde und Otto Mueller gehörte zu ihnen, nachdem er mit weiteren jungen, von der Berliner Sezession zurückgewiesenen Künstlern in der Neuen Sezession ausstellte. Wie Kirchner in der „Brücke“-Chronik 1913 schrieb, machte „die sinnliche Harmonie seines Lebens mit dem Werk […] Mueller zu einem selbstverständlichen Mitglied von ‚Brücke’“. Dennoch nahm Mueller innerhalb des „Brücke“-Expressionismus eine Sonderstellung ein. Nicht die impulsiven Farbstürme sind in seinem Werk zu finden, sondern eine zurückhaltende Stille, die auf einzigartige Weise Mensch und Natur zusammenfügt, um „mit größtmöglicher Einfachheit, Empfindungen von Landschaften und Menschen auszudrücken“ (O. Mueller, 1919). Dieses ausdrückliche Bekenntnis zur Wiedergabe eines unmittelbaren Naturerlebnisses ist Pechstein und Mueller gemeinsam.  
 
Katalog zur Ausstellungstournee der Otto Mueller-Gesellschaft e.V. (Weimar) in Zwickau, in Heilbronn und in Duisburg 2012/2013 erscheint ein Begleitbuch in 2 Bänden, herausgegeben von Hans-Dieter Mück und von Dieter W. Posselt. Gefördert durch die Ernst von Siemens Kunststiftung (19,00 €)  
 
 
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 13 bis 18 Uhr  
 
BEGLEITPROGRAMM  
 
Ausstellungseröffnung  
Sonntag, 5.2.2012, 15 Uhr, zur Ausstellung spricht der Kurator Dr. Hans-Dieter Mück  
 
Otto Müllers unveröffentlichte Briefe an Maschka Mueller  
Sonntag, 19.2.2012, 15 Uhr, Vortrag mit Lesung von Dr. Hans-Dieter Mück  
 
Öffentliche Führungen  
Mittwoch, 7.3.2012, 18 Uhr  
Mittwoch, 4.4.2012, 18 Uhr  
 
Museumssalon und Finissage  
Sonntag, 6.5.2012, 15 Uhr, Vorführung des Films „Die Unverfälschten“ (ARTE 2005)  
und Vortrag von Dr. Hans-Dieter Mück  
 
Führungen nach Voranmeldung  
Telefon 0375/834510 oder kunstsammlungen@zwickau.de  
 
 
 
 
Veranstaltungsort:
Kunstsammlungen Zwickau  
Lessingstraße 1  
08058 Zwickau
Ansprechpartner:
Tel.: 03 75 / 83 45 10
E-Mail: kunstsammlungen@zwickau.de (*)
Weitere Informationen:
Otto Mueller-Gesellschaft e.V., Weimar
* Weitere Informationen zur eSignatur finden Sie in unserem Impressum.
 
Vergrößerung
Vergrößerung Karl Heinz Schuster, Kohletrommel, 1940, Aquarell, Kunstsammlungen Zwickau
 
03.03.2012 - 06.05.2012 | Karl Heinz Schuster (1912-2006), Zum 100. Geburtstag
Im Kabinett
Der am 2. März 1912 in Zwickau geborene Bühnenbildner und Illustrator Karl Heinz Schuster machte sich besonders verdient um den kulturellen Aufschwung der Stadt Zwickau nach 1945. Mit Künstlern und Kulturschaffenden baute er den Zwickauer Kulturbund auf und gründete die weit über die Grenzen der Stadt ausstrahlende Zwickauer Mal- und Zeichenschule. Schuster knüpfte kurz nach dem Krieg Kontakt zu dem in Berlin lebenden Max Pechstein und initiierte den Max-Pechstein-Preis, der bis heute auch an junge Künstler verliehen wird. Vielen wird Karl Heinz Schuster aber auch als Verfasser seiner 1945 erschienenen Weihnachtsgeschichte "Beim Weihnachtsmann" bekannt sein. In der Ausstellung sind neben seinen realistischen Werken auch abstrakte Arbeiten zu sehen, die er nach der Flucht in den Westen 1961 geschaffen hat.
Ansprechpartner:
Tel. Museumskasse 03 75 / 83 45 10
E-Mail: kunstsammlungen@zwickau.de (*)
* Weitere Informationen zur eSignatur finden Sie in unserem Impressum.