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Vergrößerung
Vergrößerung Cony Theis, aus der Serie "Paseos", 2008, Chinesische Tusche, Ölfarbe, Transparentpapier, 29,7 x 42 cm
 
14.02.2010 - 28.03.2010 | Cony Theis "Hambres Caninas"
Die in Köln lebende Künstlerin Cony Theis zeigt in einer Kabinettausstellung - parallel zur großen Goya-Ausstellung in den Zwickauer Kunstsammlungen - 34 Aquarelle und Zeichnungen aus ihrer Serie "Paseos" (Spaziergänge). Diese entstand in der zeichnerischen Auseinandersetzung mit dem Werk Francisco de Goyas, insbesondere mit seinen Radierungen zu "Los Caprichos" oder "Los Desastres de la Guerra".  
Der Hund (Canina) steht als wiederkehrendes Bildmotiv im Mittelpunkt. Er begleitet den Betrachter sozusagen auf einen Spaziergang durch Goyasche Bildwelten und damit durch die psychischen wie gesellschaftlichen Spannungen und Zerrissenheiten, denen der Mensch damals wie heute ausgesetzt ist. Mit den Arbeiten von Cony Theis wird das noch immer aktuelle Werk Goyas zeitgenössisch interpretiert und diskutiert.  
 
Das künstlerische Werk von Cony Theis weist seit seinen Anfängen eine konzeptuelle Interaktion von Zeichnung, Malerei, Fotografie, Objektkunst und Rauminstallation auf. Interferenzen von harten und weichen Materialempfindungen, von Innen- und Außenstrukturen, von Alltagskultur und künstlerischer Tradition bilden die Ausgangsebenen der einzelnen Arbeitskomplexe. Aus ihnen erwachsen variierende Rückgriffe auf eigene Werkaspekte, Metamorphosen und experimentelle Perspektivenwechsel. In der Vernetzung der Medien besitzt das zeichnerische Porträt - weit über seinen traditionellen Abbildcharakter hinaus - einen zentralen Stellenwert. (Karin Thomas)  
 
"Es geht mir darum Identitäten über ihre Oberfläche auf die Spur zu kommen." Cony Theis  
 
Vita  
1958 geboren in Ewersbach  
1979-89 Studium in Mainz und Düsseldorf  
1988 Meisterschülerin bei Prof. Crummenauer, Kunstakademie Düsseldorf  
1989 Lincoln-Stipendium des Landes Rheinland-Pfalz  
2005 Stipendium der Künstlerhäuser Worpswede  
2005 Stipendium Schloß Balmoral  
2008 Stipendium KunstKommunikation, DA Kunsthaus, Kloster Gravenhorst  
 
Seit 1986 sind die Werke von Cony Theis in Ausstellungen in Taiwan, Ägypten, Deutschland und der Schweiz präsent sowie in bedeutenden Sammlungen vertreten wie der Sammlung Thyssen, van der Grinten, Wilhelm Schürmann oder dem Museum of Graphics Art in Kairo.  
 
Vergrößerung
Vergrößerung CAPRICHOS, Blatt 10, El Amor y la muerte, Die Liebe und der Tod, 21,5 x 15 cm, Radierung, Aquatinta poliert, Grabstichel, Harris 45/III, Morat-Institut für Kunst und Kunstwissenschaft Freiburg i.Br.
 
14.02.2010 - 02.05.2010 | Francisco de Goya. Das druckgraphische Werk.
Los Caprichos, Los Desastres de la Guerra, La Tauromaquia, Los Proverbios. Aus der Sammlung des Morat-Instituts für Kunst und Kunstwissenschaft Freiburg im Breisgau
Der spanische Künstler Francisco José de Goya y Lucientes (1746-1828) gilt bis heute als Wegbereiter der modernen Kunst in Europa und hat das Zeitalter der Aufklärung entscheidend mitgeprägt. In dem sozial, religiös und kulturell zerrissenen Spanien des ausgehenden 18. Jahrhunderts beging der königliche Hofmaler Goya eine Gratwanderung zwischen klassischer Auftragskunst für den spanischen Adel und das Bürgertum sowie der künstlerischen Umsetzung freier Assoziationen. Diese freien, für die damalige Zeit bahnbrechenden Ideen finden sich vor allem in den vier weltberühmten Radierserien wieder, die in dieser Sonderausstellung vollständig gezeigt werden:  
 
"Los Caprichos" ("Einfälle"), der aus 80 Blättern bestehende Zyklus ist in den Jahren 1797-1799 entstanden und zeichnet das Bild einer dekadenten, sich am Abgrund befindenden Gesellschaft nach. Prostitution, Aberglaube, Hexenwahn, Habgier, Gewalt u. a. bestimmen das zwischenmenschliche Verhalten und lassen an Höllendarstellungen beispielsweise eines Hieronymus Bosch erinnern.  
 
"Los Desastres de la Guerra" ("Die Schrecken des Krieges"), 80-teilig, thematisieren die menschlichen Grausamkeiten und die verheerende Hungersnot während des spanisch-französischen Krieges (1808-1814). Diese bislang noch nie da gewesene Brutalität und Direktheit in der Darstellung hat bis in die heutige Zeit hinein zahlreiche Künstler bewegt und inspiriert. Vergleicht man die »Desastres« mit der modernen Kriegsberichterstattung, so fällt eine erschreckende Parallele auf.  
 
"La Tauromaquia" ("Kunst des Stierkampfs"), zwischen 1814 und 1816 entstanden, erscheint im Vergleich zu den anderen Radierserien beinahe harmlos. Erst auf den zweiten Blick wird die hohe technische Qualität der 33 Blätter deutlich, die, mit der Fotografie vergleichbar, sekundenschnelle Momente festzuhalten scheint und die Spannung eines spanischen Stierkampfes meisterhaft wiedergibt.  
 
"Los Proverbios" ("Sprichwörter") oder auch "Los Disparates" ("Torheiten") ist die wohl rätselhafteste Serie innerhalb des druckgraphischen Werkes. Die 22 Blätter markieren eindeutig das Spätwerk Goyas und sind vermutlich in den Jahren von 1815 bis 1824 entstanden. Eigentümlich fliegende Hexenwesen oder in die Luft gewirbelte Gestalten sind darin häufig wiederkehrende Motive, welche die Nähe zu Goyas bedeutenden "Pinturas negras"("Schwarze Gemälde"), heute im Prado (Madrid) ausgestellt, aufzeigen.  
 
Die insgesamt 253 druckgraphischen Blätter (es werden auch die zusätzlichen Blätter zu den einzelnen Serien gezeigt) stammen aus dem umfangreichen Bestand des Morat-Instituts für Kunst und Kunstwissenschaft in Freiburg im Breisgau und gelten sowohl hinsichtlich ihres Umfangs als auch ihrer Qualität als einzigartig.  
 
Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft der Botschaft von Spanien, Berlin.  
Das Projekt wird unterstützt vom Ministerpräsidenten des Landes NRW.  
Die Kunstsammlungen der Städtischen Museen Zwickau werden gefördert vom Kulturraum  
Vogtland-Zwickau.  
 
Katalog zur Ausstellung:  
Francisco de Goya – Radierungen. Die Sammlung des Morat-Instituts., Edition Braus, Heidelberg, 3. ergänzte Auflage, 2007 (168 Seiten, 253 S/W-Abb. u. 104 Duoton-Tafeln, Preis: 20,00 €)  
Ansprechpartner:
Dr. Petra Lewey, Leiterin Kunstsammlungen,  
Tel.: 03 75 / 83 45 24 oder 83 45 10
E-Mail: petra.lewey@zwickau.de
 
11.04.2010 - 31.10.2010 | Karl Richter (1927-1959). Ein Pechstein-Schüler
Kabinettausstellung
Der 1927 in Zwickau geborene Karl Richter besuchte nach dem Kriegsdienst zunächst die Zwickauer Mal- und Zeichenschule und studierte ab 1947 an der Kunstakademie in Berlin, an die Max Pechstein durch Karl Hofer zum Professor berufen wurde. Im gleichen Jahr wurde zum ersten Mal der Max-Pechstein-Preis der Stadt Zwickau vergeben, den Karl Richter 1948 erhielt. Richters Werke führen einen expressiven Realismus fort, den auch Pechstein in seiner späten Schaffenszeit vertrat. Karl Richter wurde aber auch stark geprägt durch Oskar Kokoschka, dessen "Schule des Sehens" er in den 1950er Jahren an der Salzburger Sommerakademie besuchte. Durch seinen Freitod im Jahr 1959 geriet Karl Richter und sein Werk leider in Vergessenheit und kann nun, dank des Engagements seiner Töchter in den Zwickauer Kunstsammlungen vorgestellt werden kann.
Ansprechpartner:
Dr. Petra Lewey, Leiterin Kunstsammlungen,  
Tel.: 03 75 / 83 45 24 oder 83 45 10
E-Mail: petra.lewey@zwickau.de