Treibgärten auf den Kohlenbränden zu Zwickau

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Album von Zwickau
Lithografische Anstalt A. Böttcher
Treibgärten auf den Kohlenbränden zu Zwickau
1850, Lithografie, 24 x 32cm
Inv.-Nr. D145f, KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum

Im Grubenfeld der Arnimschen Steinkohlenwerke lag der Planitzer Kohleberg, wo seit Jahrhunderten Steinkohlenbergbau im weitesten Sinne betrieben wurde. In diesem Grubenfeld herrschten komplizierte Abbaubedingungen aufgrund vieler Brände. Der bekannte Zwickauer Erdbrand, der fast 400 Jahre nie völlig zum Erliegen kam, dehnte sich auf einer riesigen Fläche von über 18.000 Quadratmetern aus. Trotz schwieriger Bedingungen versuchten die Bergleute durch das Teufen neuer Schächte und vieler technischer Neuerungen eine Verbesserung der Grubensicher­heit herzustellen, um weiter Kohle zu gewinnen.

Ab 1837 betrieb Gustav Geitner über dem unterirdischen Brandfeld eine Treibgärtnerei. Bereits 1505 berichtete Agricola nach einem Besuch in Zwickau von lodernden Flammen „wie einst aus Ätna und Vesuv“. Ursachen für die Brände waren die Zusammensetzung und die chemischen Eigen­schaften der Zwickauer Kohle in diesem Revier. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wurden Treibhäuser für Südfrüchte und Palmen gebaut. Bald entwickelte sich die Gärtnerei zu einer überregionalen Sehenswürdigkeit mit weit über 1.500 verschiedenen, auch tropischen Pflanzen. Die aus dem Berg aufsteigenden heißen Gase mit bis zu 90 Grad Celsius wurden über ein Röhrensystem in die Treibhäuser geleitet. Diese Wärme konnte etwa bis 1886 genutzt werden.