Zeit der Empfindsamkeit

Kunst um 1800

Der mit Mobiliar und kunstgewerblichen Objekten inszenierte Gemälderaum ermöglicht einen Blick auf die Kunstentwicklung um 1800. Die Künstler Anton Graff und Heinrich Füger stehen stellvertretend für die vornehme Zurückhaltung und theatralische Inszenierung klassizistischer Bildthemen: antike Landschaften, Historienbilder und Porträts.

Dem gegenüber zeigt sich in den einfühlsam gemalten Bildnissen von Christian Leberecht Vogel eine „empfindsame" Geisteshaltung, wie sie unter anderem im Muldenland am Hof der Grafen zu Solms-Wildenfels gepflegt wurde. Als höchste Tugenden galten – auch im Sinne der Aufklärung – geistige Freiheit, ehrliche Nächstenliebe und menschliches Miteinander. Das zarte Gesicht des kleinen Grafen Friedrich Magnus III. spiegelt nicht nur eine neue Wahrnehmung von Kindern wider, sondern veranschaulicht gleichzeitig die Kunst-auffassung einer gefühlsgeladenen, von tiefer Religiosität geprägten Empfindsamkeit.

In der Landschaftsmalerei wird zunehmend die heimatliche Natur in den Blick genommen. Die hier vertretenen Künstler der Dresdner Romantik wie Johann Christian Klengel oder Johann Gottlob Samuel Stamm stellen eine subjektiv erlebte Natur als Stimmungsbild dar.