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In seiner performativen Arbeit setzt Simon Pfeffel einen Dialog zwischen dem Künstler und den Betrachtern oder Passanten in Gang, der durch irritierende wie spielerische Handlungen ausgelöst wird.  So eignet sich der Künstler in einer auch körperlich anstrengenden Expedition den öffentlichen Stadtraum Zwickaus an, in dem er liegend auf einem Rollwagen den Weg über Kopfsteinpflaster und Asphalt zum Museum über einen Spiegel filmt oder seinen Ehering vor sich herschiebt, damit sich Zwickau in diesen einschreibt. Um in Kontakt mit potentiellen Akteuren für seine Aktionen und Performances zu treten, macht er seine private Handynummer öffentlich. Sie steht auf einem Plakat am Museum oder auf Jacken im Ausstellungsraum. Jederzeit ist so die Verbindung zum Künstler möglich, auch wenn die körperliche Präsenz nicht vorhanden ist. Der Anrufer kann direkt in einen Dialog treten – der „direkte Draht“ ist auch über eine große Distanz hinweg möglich. Während der Laufzeit der Ausstellung ist Simon Pfeffel in Barcelona und wird über das Handy mit den Anrufern aus Zwickau kommunizieren. So können verschiedene Interaktionen im Zwickauer Ausstellungsraum oder im Stadtraum mit dem öffentlichen Raum in Barcelona entstehen, in denen der Künstler menschliche Beziehungen aufbaut, deren Komplexität über die Dauer der auszuführenden Handlungen und vor allem über die Perspektivenverschiebungen erfahrbar ist.

 

Simon Pfeffel lebt und arbeitet in Pforzheim

1985 in Nürnberg geboren
2005 bis 2011 Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Prof. Silvia Bächli, Malerei/Grafik
2001 bis 2012 Gast-Studium (Skulptur und neue Medien) an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Christian Jankowski (Freie Kunst), Aufbau-Studium Skulptur und neue Medien an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Prof. John Bock (freie Kunst)
2011 bis 2013 Studium der Geschichte an der Universität Stuttgart
2013 bis 2014 Gaststudium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Prof. Leni Hoffmann