Theresa Rothe. Raum für alltägliche Unzulänglichkeiten

veröffentlicht am: 04.05.2026

Das Kulturamt informiert:

Zweiter Teil der Ausstellungsreihe zum Max-Pechstein-Förderpreis

Was, wenn das Unzulängliche kein Mangel ist, sondern Ausdruck? Wenn das Unfertige, Widersprüchliche und Irritierende zum eigentlichen Ausgangspunkt künstlerischer Erfahrung wird? Die Ausstellung „Raum für alltägliche Unzulänglichkeiten“ im ZwischenRaum der KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU widmet sich genau diesen Grenzbereichen. Sie zeigt vom 9. Mai bis 12. Juli 2026 Arbeiten der Künstlerin Theresa Rothe, die aus Materialien wie Fellstoffen, Textilien oder Latex entstehen und teilweise motorisiert werden. Zum Eröffnungswochenende laden die KUNSTSAMMLUNGEN mit einem Begleitprogramm dazu ein, selbst kreativ zu werden.

Zwischen Fell, Körper und Fantasie

Rothe formt hybride Figuren zwischen Mensch und Tier – Wesen, die sich jeder eindeutigen Zuordnung entziehen. Sie wirken zugleich vertraut und fremd, fragil und präsent, spielerisch und verstörend. In ihrer körperlichen Unbestimmtheit öffnen sie einen Raum, in dem Emotionen nicht erklärt, sondern unmittelbar erfahrbar werden. Diese Figuren erscheinen wie verdichtete Zustände innerer Bewegungen: zwischen Schutz und Ausgesetztsein, Nähe und Abgrenzung, Kontrolle und Kontrollverlust. Gerade in ihrer Ambivalenz entwickeln sie eine starke physische Präsenz, die den Blick nicht nur lenkt, sondern zurückblicken lässt.

Die Arbeiten verhandeln damit grundlegende Fragen nach Körperlichkeit, Identität und Zugehörigkeit – ohne sie zu beantworten. Vielmehr verschieben sie gewohnte Kategorien und machen sichtbar, wie instabil und wandelbar Wahrnehmung selbst ist. Als offene Projektionsflächen laden die Werke dazu ein, eigene Assoziationen, Erinnerungen und Empfindungen einzuschreiben. Materialität, Oberfläche und Form werden dabei zu Trägern von Bedeutung, die sich im Moment des Betrachtens immer wieder neu zusammensetzen.

So entsteht ein sinnlicher Erfahrungsraum, der weniger auf eindeutige Interpretation zielt als auf Erfahrung selbst – ein Raum, in dem Sehen, Fühlen und Denken ineinandergreifen und sich gegenseitig irritieren und erweitern.

Theresa Rothe (*1990 in Dresden) lebt und arbeitet in Leipzig. Ihr Werk verbindet Skulptur, Installation und Zeichnung zu vielschichtigen Bildräumen, die von Körperbildern, Alltagserfahrungen und inneren Zuständen ausgehen. Im Zentrum stehen hybride Wesen zwischen Mensch und Tier, die vertraute Sehgewohnheiten irritieren und neue Perspektiven auf Materialität, Körper und Emotion eröffnen.

Max-Pechstein-Förderpreis der Stadt Zwickau 2025

Die Ausstellung wird im Rahmen des Max-Pechstein-Förderpreises der Stadt Zwickau präsentiert. Der Preis zeichnet herausragende junge künstlerische Positionen aus und knüpft an das Werk von Max Pechstein an, dessen künstlerisches Erbe eng mit der Stadt Zwickau verbunden ist. Die Künstlerin Theresa Rothe erhielt 2025 das mit dem Förderpreis verbundene Stipendium.

Ein Wochenende zum Entdecken, Fühlen und Gestalten

Zum Eröffnungswochenende wird die Ausstellung zu einem offenen Erfahrungsraum: Ein Begleitprogramm lädt dazu ein, die Arbeiten von Theresa Rothe nicht nur zu betrachten, sondern sie spielerisch, sinnlich und kreativ selbst zu erkunden. Zwischen Material, Fantasie und eigener Gestaltung entstehen Zugänge, die überraschen und zum aktiv sein animieren:

OPENING MIT FAMILIENPROGRAMM

Samstag, 9. Mai, 15–17 Uhr

Im KreativRAUM erwartet Familien ein offenes Mitmachangebot, das einen niedrigschwelligen Zugang zur Ausstellung ermöglicht. Inspiriert von den hybriden Figuren zwischen Mensch und Tier, die die Ausstellung prägen, können Besuchende selbst experimentieren, gestalten und eigene kreative Impulse entwickeln.

Eintritt frei, Materialpauschale 2 Euro

FÜHL MAL!

Sonntag, 10. Mai, 14 Uhr

Plüsch, Stoff und Fantasie treffen auf überraschende Formen, Figuren und Emotionen. Nach einer kurzen Führung durch die Ausstellung steht das kreative Arbeiten im Mittelpunkt: Aus unterschiedlichen Materialien entstehen textile Collagen – zum Fühlen, Gestalten und Staunen, zwischen Wahrnehmung und Vorstellung.

Eintritt frei, Materialpauschale 2 Euro

Theresa Rothe - hier mit OBerbürgermeisterin Constance Arndt bei der Verleihung desd Max-Pechstein-Förderpreises
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