Das Kulturamt informiert:
Vorsitzender des Kulturkonvents überreicht Fördermittelbescheid
Der Kulturraum Vogtland-Zwickau unterstützt die Neukonzeption der Dauerausstellung in den KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum. Gefördert wird die „kabeltechnische“ Erneuerung im Westflügel des 1914 eröffneten Gebäudes, das bereits seit vergangenen Jahr umfassend saniert wird. Damit wird die Basis für zeitgemäße Präsentationsformen, digitale Vermittlungsangebote und eine zukunftsorientierte Museumsarbeit geschaffen. Der Vorsitzende des Kulturkonvents, Landrat Carsten Michaelis, überreichte am heutigen Dienstag den entsprechenden Bescheid an Zwickaus Finanz- und Kulturbürgermeister Sebastian Lasch.
Das Gesamtvolumen der Maßnahme beträgt rund 383.000 Euro. Davon erhält die Stadt Zwickau Fördermittel des Kulturraums in Höhe von ca. 161.000 Euro. „Diese Unterstützung ist eine wichtige Ergänzung zu den Anstrengungen, die wir mit den derzeitigen Sanierungsmaßnahmen unternehmen“, freut sich Sebastian Lasch. „Sie ist ein weiterer Schritt, nicht nur die ‚Gebäudehülle‘ zu modernisieren, sondern auch Ausstellung und Museumsangebot!“
Im Mittelpunkt der im Juli 2025 begonnenen Arbeiten stehen vor allem die energetische Sanierung, die Verbesserung der Barrierefreiheit sowie die Erneuerung von technischer Gebäudeausrüstung und Brandschutz. In den entsprechenden Bereichen erfolgen außerdem Maler- und Bodenbelagsarbeiten. Von den Kosten in Höhe von rund 8,5 Mio. Euro trägt die Stadt Zwickau etwa 5,2 Mio. Euro. Den Rest erhält sie als Fördermittel vom Freistaat Sachsen mit der Sächsischen Aufbaubank (SAB) über die Städtebauförderung. Der Stadtrat hatte den Grundsatzbeschluss für diese Investition einstimmig im März 2023 gefasst.
Mit den Fördermitteln des Kulturraumes können nun auch für die Dauerausstellung wichtige Aspekte erneuert werden: Die bestehende technische Infrastruktur im Westflügel entspricht nicht mehr den Anforderungen moderner Museumsarbeit. Insbesondere fehlen zeitgemäße Strom-, Daten- und Steuerungssysteme für Beleuchtung, Vermittlung und digitale Präsentationsformate. Auch diese Infrastruktur kann nun auf den Stand der Technik gebracht werden. Damit wird ein zentraler Meilenstein für die Weiterentwicklung eines der bedeutendsten Kunstmuseen Sachsens gesetzt und zugleich die Grundlage für die Neukonzeption der Dauerausstellung geschaffen. Ziel ist eine zeitgemäße Präsentation der umfangreichen und einzigartigen Sammlungsbestände.
Kulturamtsleiterin Dr. Bianca Dommes unterstreicht die langfristige Bedeutung des Projektes: „Ohne eine moderne Infrastruktur ist zeitgemäße Museumsarbeit nicht möglich. Die Förderung sichert die Zukunftsfähigkeit des Museums und eröffnet neue Möglichkeiten mehr Menschen zu erreichen und zu begeistern.“
Die KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum bilden einen zentralen kulturellen Ankerpunkt, der über die Grenzen der Region hinausreicht. Ihre Sammlungen reichen von spätgotischen Skulpturen über bedeutende Bestände zur sächsischen Kunstgeschichte bis hin zur Kunst der Moderne und Gegenwart. Besondere Strahlkraft über die Grenzen Deutschlands hinaus entfalten die umfangreichen Sammlungen zum Schaffen der Expressionisten Max Pechstein und Fritz Bleyl. Die historisch-mineralogische Sammlung bildet zudem eine Klammer für die Rolle der Bodenschätze Zwickaus und Westsachsens sowie für die reiche Kultur der Stadt und der Region.
Die energetische Sanierung sowie die Ertüchtigung des Brandschutzes, die unter Federführung des städtischen Liegenschafts- und Hochbauamtes realisiert werden, sollen bis Ende 2027 abgeschlossen sein. Die Neukonzeption der Ausstellung wird derzeit noch erarbeitet. Der Termin für die Wiedereröffnung des Hauses, in dem auch die älteste wissenschaftliche und öffentliche Bibliothek Sachsens, die Ratsschulbibliothek, ihren Sitz hat, kann daher aktuell noch nicht angegeben werden.